„Die richtige Lösung zur richtigen Zeit“

Startup Zentur.io hilft beim Sparen von Heizungskosten

28.09.2022 | Josef Amann
Das Landshuter Start-up Zentur.io hat eine Plattform entwickelt, mit der Kosten in Wärmenetzen gespart werden. Zusammen mit Netzwerkmanager Sebastian Öllerer (l.) stellten die Gründer Michael Detke (2.v.l.) und Alexander Stoll (2.v.r.) und Mitarbeiter Phi
Das Landshuter Start-up Zentur.io hat eine Plattform entwickelt, mit der Kosten in Wärmenetzen gespart werden. Zusammen mit Netzwerkmanager Sebastian Öllerer (l.) stellten die Gründer Michael Detke (2.v.l.) und Alexander Stoll (2.v.r.) und Mitarbeiter Phi

Gasknappheit, Kostensteigerungen, CO2-Verbrauch: Die Wärmeerzeugung wird gerade so heiß diskutiert wie noch nie zuvor. Das Landshuter Start-up Zentur.io hat eine Lösung entwickelt, wie man Kosten und CO2 einsparen kann. Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) sprach mit dem Gründer-Duo darüber, welche Idee und Technik dahintersteckt – und wie der Freistaat dem Jungunternehmen hilft.

Michael Detke und Alexander Stoll stellten zusammen mit Netzwerkmanager Sebastian Öllerer dem Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier im Landshuter Gründerzentrum LINK das Start-up vor. Zentur.io arbeitet mit Betreibern von Wärmenetzen, wie etwa Stadtwerken, zusammen. Zunächst werden die erforderlichen Daten zum Verbrauch im Netz eines Betreibers gesammelt. Im zweiten Schritt werden diese Daten so aufbereitet, dass Betreiber und Kunden sehen können, wie viel sie wann verbrauchen. Das schafft Transparenz. „Ein Kunde kann sich einfach in unsere Plattform einloggen und nachsehen, wie hoch sein Verbrauch ist und was er dafür zahlen muss“, erläuterte Detke.

Ein weiterer Vorteil: Mithilfe künstlicher Intelligenz kann Zentur.io auf Basis des bisherigen Verbrauchs in Kombination mit der Wetterprognose schon im Voraus darlegen, wie sich der Verbrauch in den kommenden Wochen wahrscheinlich entwickeln wird. „Die Kunden werden nicht mehr von Nachzahlungen überrascht. Zudem können sie vorausschauend ihren Bedarf anpassen und Kosten sparen“, führte Stoll aus. Gleiches gilt für den Betreiber des Wärmenetzes: Er kann ebenfalls planen und ausreichend Brennstoff beschaffen.  

Kosten sparen

Damit haben beide Seite ihren Vorteil: Für den Endkunden zahlt es sich – im wahrsten Sinne des Wortes –aus: Er kann bares Geld sparen. Der Netzbetreiber hat Planungssicherheit. Das hilft auch dem Klima: Aufgrund der Prognose kann der Betreiber den Anteil an Erneuerbare Energien in seinem Netz erhöhen. Das verringert zum einen die Kosten, weil weniger teures Gas verbraucht wird. Zum anderen spart es CO2. Dass ist auch dringend nötig, findet Detke. Denn 80 Prozent der Wärme wird in Deutschland noch mithilfe fossiler Energieträger erzeugt.
„Dank der Technik von Zentur.io könnte weniger Gas für die Wärmeerzeugung verbrannt werden. Das ist genau die richtige Lösung zur richtigen Zeit!“, unterstrich Helmut Radlmeier. Das sieht auch der Freistaat Bayern so: Das Start-up wird durch das Programm ‚Start? Zuschuss!‘ des Freistaats gefördert. In der aktuellen Förderrunde hat es den Förderhöchstbetrag von 36.000 Euro erhalten. Zentur.io ist damit bereits das vierte Landshuter Eigengewächs, dass sich in diesem Wettbewerb gegen die Konkurrenz aus ganz Bayern durchsetzen konnte.

Erste Kunden überzeugt

Doch der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Schon 2017 kam Detke während eines Praktikums die Idee und entwickelte sie im Masterstudium weiter. Für die technische Entwicklung kam Stoll mit ins Boot. Beide kennen sich aus ihrer Studienzeit an der Hochschule Landshut. Im September 2021 wurde aus der Idee schließlich ein Unternehmen. Weil beide Gründer ganz in der Nähe wohnen, lag der Einzug ins Gründerzentrum LINK auf der Hand. Schritt haben die Jungunternehmer nicht bereut, ganz im Gegenteil: Es gebe eine gute Beratung im LINK durch Netzwerkmanager Sebastian Öllerer sowie einen guten Austausch mit den anderen Gründern im Zentrum.

Das Start-up ist weiter auf Erfolgskurs: erste Kunden gibt es bereits, das Team wächst. Eben ist der erste Mitarbeiter zur Mannschaft gestoßen, im Oktober kommt Teammitglied Nummer 4. Ein Umzug innerhalb des Gründerzentrums in neue Räumlichkeiten steht ebenfalls an, weil der Platz im alten Büro zu klein wird. „Man sieht, da steckt Substanz dahinter“, bilanzierte Radlmeier. „Gleiches gilt für unser Gründerzentrum, das eine echte Talentschmiede ist“, freute sich der Abgeordnete.