Landwirtschaft trifft Politik

Tierwohl im Fokus

09.08.2018 | Geberskirchen/Furth.
Auf den Hof von Bartholomäus Hammerl (5.v.r.) hatte der Bauernverband Landshut um Kreisobmann Georg Sachsenhauser (8.v.r.) und Kreisbäuerin Angelika Graf (7.v.r.) den Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier (6.v.r.) und Bezirksrätin Martina Hammerl (3.v.r.)
Auf den Hof von Bartholomäus Hammerl (5.v.r.) hatte der Bauernverband Landshut um Kreisobmann Georg Sachsenhauser (8.v.r.) und Kreisbäuerin Angelika Graf (7.v.r.) den Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier (6.v.r.) und Bezirksrätin Martina Hammerl (3.v.r.)

Der Landshuter Kreisverband des Bayerischen Bauernverbandes hatte den Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier und Bezirksrätin Martina Hammerl nach Geberskirchen bei Furth geladen. Bartholomäus Hammerl betreibt dort Ackerbau und Forst sowie insbesondere eine Tierhaltung von 130 Zuchtsauen mit einer Ferkelaufzucht bis 30 Kilogramm. Die beiden Politiker ließen sich aktuelle Probleme der Ferkelerzeuger und Schweinebauern schildern.

Bei der Betriebsbesichtigung wurde von den Landwirten vor allem die Frage diskutiert, wie es bei der Ferkel-Kastration weitergehe. Hier stehen aktuell mehrere Optionen im Raum. Für die Bauern tragbar sei der sog. „vierte Weg“, beim dem der geschulte Landwirt den Ferkeln vor der Kastration ein Lokalanästhetikum spritzt. Die Landwirte würden diesen Weg anderen Verfahren wie einer Vollnarkose vorziehen, wie Georg Sachsenhauser, Kreisobmann des Bauernverbandes erläuterte. „Ziel müsse eine Lösung sein, die sowohl tierschutzgerecht als auch praxistauglich ist“, wie Helmut Radlmeier fand.

Der Abgeordnete betonte im Zuge der Hofbesichtigung die Bedeutung der Landwirtschaft. „Bayern ist Agrarland Nummer 1! 14 Prozent aller Umsätze erwirtschaftet die Land- und Forstwirtschaft. Jeder siebte Arbeitsplatz ist mit diesem Bereich verbunden. Diese Erfolgsgeschichte muss mit vernünftiger Politik weitergeschrieben werden“, unterstrich der Abgeordnete.

Vernünftige Lösungen forderte Bartholomäus Hammerl beim sog. Schwanzkupieren, also dem operativen Kürzen oder Entfernen von Ferkel-Schwänzen. Das Schwanzkupieren soll dem unter Schweinen auftretende Schwanzbeißen vorbeugen und dadurch Schmerzen, beispielsweise durch Entzündungen, verhindert werden. Dies diene dem Tierwohl.

Gleiches gelte auch für die Fixierung von Sauen im Deckstall. Hier sei angedacht, die Fixierung zu verbieten und stattdessen breitere Buchten für mehr Bewegung vorzuschreiben. Was sich theoretisch gut anhöre, werfe in der Praxis Problem auf: In solchen Bewegungsbuchten sei die Zahl der durch die Muttersau erdrückten Ferkel höher. Das könne niemand wollen, war man sich einig. Jedes Leben müsse geschützt werden.

Zur Sprache kam ebenso das Grüne Zentrum, welches in Schönbrunn errichtet werden wird. Es sei gut, dass sich Stadt und Freistaat geeinigt hätten. Der Bauernverband hoffe darauf, dass die nächsten Schritte rasch vollzogen werden.

Die Gäste dankten der Familie Hammerl und dem Bauernverband für die Einladung: „Eindrücke aus der Praxis sind für unsere Arbeit enorm wertvoll. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung unserer heimischen Landwirtschaft geht nur mit praxisgerechten Lösungen. Dafür werden wir uns weiter einsetzen“, so Radlmeier.