Klassik auf höchstem Niveau auf dem Land

Sinfonietta Essenbach ist eine 10-jährige Erfolgsgeschichte

06.02.2019 | Essenbach.
 (v.l.): Über die Zukunft der „Sinfonietta Essenbach“ sprachen in der Essenbacher Musikschule Organisatorin Birgit Adolf, der Stimmkreisabgeordneter Helmut Radlmeier und Essenbachs Bürgermeister Dieter Neubauer.
(v.l.): Über die Zukunft der „Sinfonietta Essenbach“ sprachen in der Essenbacher Musikschule Organisatorin Birgit Adolf, der Stimmkreisabgeordneter Helmut Radlmeier und Essenbachs Bürgermeister Dieter Neubauer.

Klassik auf höchstem Niveau auf das Land zu bringen – das war die Idee von Musikschulleiterin Birgit Adolf vor elf Jahren. Daraus wurde mit dem Profi-Orchester Sinfonietta Essenbach eine 10-jährige Erfolgsgeschichte. Das Orchester begeistert alljährlich mit einem großen Konzert in der Eskara. Von Jahr zu Jahr ist aber die Finanzierung fraglich. Um Lösungsmöglichkeiten dafür zu finden, traf sich der Landshuter Landtagsabgeordnete Helmut Radlmeier nun zum Fachgespräch mit Birgit Adolf und Bürgermeister Dieter Neubauer.

Adolf und Neubauer stellten die Besonderheiten der Sinfonietta heraus. So kommen jedes Jahr ausgewählte Musiker aus ganz Deutschland nach Essenbach, um unter der Leitung des geschätzten Professor Ulf Klausenitzer an außergewöhnlichen Projekten zu arbeiten und diese in Konzerten der Öffentlichkeiten zu präsentieren. Der Austausch der Künstler sowie das Eintauchen in die Tiefe und Vielfalt der Musik stehen im Vordergrund. „Es entsteht eine besondere Lebendigkeit und eine hohe Qualität“, so Adolf. Man setze somit ein lebendiges Zeichen musikalischer Kultur.

Klassikgenuss vor Ort

Die Konzertbesucher kommen schließlich in den Genuss von Klassik auf höchstem Niveau. Sie müssen nicht extra nach München fahren, um dies zu erleben. Adolf erinnerte beispielhaft an das erst im November 2018 gefeierte Jubiläumskonzert. Damals begeisterte das romantische Programm der Sinfonietta das Publikum in der Eskara restlos, so Adolf. Die Schirmherrschaft hatte der bayerische Heimat-Minister Albert Füracker inne.

Kinder sind eingebunden

Fest integriert in das Konzept sind auch Kinder und Jugendliche. So gibt die Sinfonietta im Vorfeld der Abendkonzerte inzwischen drei Schülerkonzerte für über 4.000 Kinder und Jugendliche aus der Region Landshut und benachbarten Landkreisen. Die Musiker intonieren dabei Ausschnitte aus ihrem Abendprogramm und auch Schauspieler wirken mit. Bürgermeister Neubauer war ebenfalls voll des Lobes über die Sinfonietta: Es sei eine 10-jährige Erfolgsgeschichte. Sie ermögliche gleichwertige Lebensverhältnisse im Bereich Kultur in Stadt und Land.

Birgit Adolf meinte, sie hätte noch viele gute Ideen, um die Sinfonietta im Speziellem und die Klassik im Allgemeinen noch mehr unter die Leute zu bringen. Sie könne sich zusätzliche kleinere Konzerte ebenso vorstellen wie den Bayerischen Musikschultag einmal nach Essenbach zu holen. „Mit der Eskara und der Musikschule haben wir beste Möglichkeiten“, so Adolf. Das nächste kulturelle Event steht bereits vor der Tür: Das „Klarieté“ – Klassik trifft Varieté am 4. Mai ab 19 Uhr in der Eskara. Mit dabei sind die „Living Flags“ Alexander Neppl und Jonas Dürrbeck, das Akrobatik-Duo Kaleidos sowie Birgit Adolf (Violine), Barbara Holzapfel (Violine und Viola), Monika Schwarz (Klavier) und der Kontrabassist Claus Freudenstein. Die Schirmherrschaft übernimmt Regierungspräsident Rainer Haslbeck.  

Wichtig sei für Adolf aber, finanzielle Sicherheit und somit Planungssicherheit zu haben. Lokale Sponsoren und der Markt Essenbach seien extrem wichtige Unterstützer, zeigte sich Adolf dankbar. Für die Finanzierungslücke müsse man aber zusätzlich alljährlich auf Finanzierungszusagen diverser Stellen bangen. Helmut Radlmeier, Mitglied des Kunstausschusses des Bayerischen Landtags, kennt die Problematik. Schon seit seiner Zeit als Schirmherr 2015 setzt er sich für Förderungen für die Sinfonietta ein. Sowohl 2016 als auch 2017 konnten Mittel aus dem Bayerischen Kulturfonds gewonnen werden. „Nach 10 Jahren ist es nun aber an der Zeit, eine dauerhafte Lösung für dieses tolle Projekt zu finden“, bekräftigte Radlmeier.