Umwelt mit Wirtschaft verbinden

Wasserstofftechnologie als Lösung

29.11.2019 | München/Landshut.
Ulrich Viethen (2.v.r.), Koordinator der Modellregion HyBayern und Joachim Schober (l.), Geschäftsführer des Autohauses Schober in Velden, warben mit Unterstützung des Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier (2.v.l.) bei den Abgeordneten Sandro Kirchner (m.
Ulrich Viethen (2.v.r.), Koordinator der Modellregion HyBayern und Joachim Schober (l.), Geschäftsführer des Autohauses Schober in Velden, warben mit Unterstützung des Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier (2.v.l.) bei den Abgeordneten Sandro Kirchner (m.

Seit fünf Jahren wirbt die Initiative Wasserstoffregion Landshut für den Einsatz des Energieträgers. Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier vermittelte nun ein Gespräch mit den Abgeordneten Sandro Kirchner, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag, und Dr. Martin Huber, Landesvorsitzender des CSU-Arbeitskreises Umweltsicherung und Landesentwicklung. Dabei wurde der Mehrwert der Wasserstoff-Technologie deutlich.

Ulrich Viethen, Koordinator der Initiative, erläuterte den Abgeordneten das Konzept: Unter dem Namen ‚HyBayern‘ wolle man in einer Modellregion in den Landkreisen Landshut, München und Ebersberg Wasserstoff aus erneuerbaren Energien produzieren und vertreiben. Im Gegensatz zu nur mit einer Batterie betriebenen Elektrofahrzeugen sei bei Wasserstofffahrzeugen mit einer Brennstoffzelle viel technologisches Wissen nötig. Die Produktion sei also komplexer, sichere dadurch aber Arbeitsplätze im Hoch-Technologieland Bayern. Ähnlich wie beim Verbrennungsmotor bleibe auch die Wertschöpfung in der Region. „Gerade für Bayern mit vielen Arbeitsplätzen in der Automobilherstellung und -zulieferindustrie wäre es enorm wichtig, jetzt auf Wasserstoff zu setzen“, führte Viethen aus. „In Zeiten, in denen sich die wirtschaftliche Lage weltweit eintrübt, ist das genau der richtige Impuls“, ergänzte Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier.

Vorteile gegenüber Batterie

Ein weiterer Vorteil der Technologie gegenüber der Batterie: Während man bei ihr vom Import seltener Rohstoffe wie Kobalt abhängig ist, welches unter fragwürdigen Bedingungen etwa im Kongo gewonnen wird, könne man Wasserstoff vor Ort selbst produzieren. Die Initiative setzt dabei im Gegensatz zu vielen anderen auf reinen „grünen“ Wasserstoff. Das bedeutet, dass er ausschließlich von regenerativen Energieträgern gewonnen wird, zum Beispiel durch Wasserkraftwerke entlang der Isar.

Klimaneutrales Autohaus

Eine Möglichkeit, wo Wasserstoff in der Modellregion zum Einsatz kommen soll, schilderte Joachim Schober vom Autohaus Schober. Schober plant ein neues Autohaus in Geisenhausen, das klimaneutral betrieben wird. Möglich macht das eine Photovoltaikanlage, die sauberen Strom liefert. Der überschüssige Strom wird als Wasserstoff gespeichert. Scheint einmal nicht die Sonne, wird der Wasserstoff rückverstromt. Mittels einer Hoftankstelle werden zudem die Wasserstoff-Fahrzeuge von Kunden sowie die firmeneigenen Autos betankt. „CO2-Austoß gleich null“, so Schober.

Wasserstoff biete damit die Chance, in sehr vielen Bereichen Umwelt und Wirtschaft zu verbinden, erläuterte Ulrich Viethen. Das überzeugte den CSU-Abgeordneten Sandro Kirchner, der dem AK Wirtschaft vorsitzt und seinen Landtagskollegen Dr. Martin Huber, der sich als Landesvorsitzender des CSU-Arbeitskreises für Umweltsicherung und Landesentwicklung vor allem für den umweltpolitischen Mehrwert von Wasserstoff interessierte. Beide sagten zu, das Vorhaben von HyBayern zu unterstützen.