Aus der Sicht des Fahrgastes

Abgeordneter Radlmeier sprach mit LAVV-Geschäftsleiter Häusler über den ÖPNV in der Region

06.09.2022 | Josef Amann
Über die Projekte des Landshuter Verkehrsverbundes LAVV sprachen Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) und LAVV-Geschäftsleiter Dr. Christoph Häusler (l.).
Über die Projekte des Landshuter Verkehrsverbundes LAVV sprachen Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) und LAVV-Geschäftsleiter Dr. Christoph Häusler (l.).

Seit 2019 gibt es den Landshuter Verkehrsverbund LAVV, der von der Stadt und dem Landkreis Landshut getragen wird. Seit der Gründung ist einiges geschehen. „Im Vergleich zu den großen Verkehrsverbünden backen wir kleinere Brötchen – aber es sind auf unseren Raum zugeschnittene Lösungen“, fasste LAVV-Geschäftsleiter Dr. Christoph Häusler im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier (CSU) zusammen. Dass diese Lösungen nicht wenige sind, wurde im Austausch schnell deutlich.

Stadt und Landkreis wollen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) enger zusammenwachsen. Ziel ist die Verbesserung des ÖPNVs in der Region Landshut. „Wir betrachten den öffentlichen Nahverkehr durch die Fahrtgast-Brille“, erläuterte Dr. Christoph Häusler, Geschäftsleiter des LAVV. Im Vergleich zu anderen Regionen dieser Größe in Bayern ist die Region Landshut mit ihrem Verbund ein Vorreiter: Mit dem LAVV wurde ein einheitlicher Tarif geschaffen. Steigt man innerhalb des Raumes in eine andere Buslinie eines anderen Betreibers, braucht man kein neues Ticket mehr. Die Abrechnung zwischen den Betreibern übernimmt der LAVV im Hintergrund. Der Fahrgast bekommt davon nichts mit und kann bequem mit einem Fahrschein durch Stadt und Landkreis fahren. Dafür wurden ein neues Tarifsystem wurde erarbeitet und Fahrpläne aufeinander abgestimmt.

Verbund entwickelt sich weiter

Der LAVV entwickelt sich nun weiter und geht den nächsten Schritt an: Eine Vergabestelle für Buslinien wird aufgebaut, wie Häusler schilderte. Der Verkehrsverbund kann damit die Verwaltungen von Stadt und Landkreis entlasten und Know-how bündeln. Dass dieses Know-how gefragt ist, wurde während der Corona-Pandemie deutlich: Die Geschäftsstelle beriet und unterstützte tatkräftig bei der Umsetzung von Vorgaben oder dem Beantragen von Mitteln aus dem ÖPNV-Rettungsschirm.
Ein weiteres Projekt: Zwar gibt es bereits einen Onlineshop, in dem man sich sein 9-Euro-Ticket kaufen konnte. Der LAVV möchte aber einen Schritt weiter gehen und Handy-Ticketing anbieten. Dadurch wird das Smartphone praktischerweise zum Ticket.

9-Euro-Ticket wenig erfolgreich

Während viele Projekte vorangehen, ist dagegen die Bilanz des 9-Euro-Tickets in der Region zwiespältig: „Einerseits war es, erfreulich, den Fahrgästen ein so günstiges Ticket anbieten zu können. Aber bei genauerem Hinsehen zeigen die Zahlen, dass es wenig gebracht hat. Nur wenige sind auf den Bus umgestiegen. Der Effekt hinsichtlich der Verlagerung vom Auto zum Bus war tatsächlich überschaubar“, so Häusler.

Für Häusler sind die Erkenntnisse aber keine Überraschung: „Beim ÖPNV muss man langfristig denken und arbeiten. Allein ein günstiges Ticket für einen kurzen Zeitraum anzubieten, hat keinen nachhaltigen Effekt. Vielmehr muss man erst das Angebot ausbauen und so den ÖPNV attraktiver machen“, unterstrich Häusler. Doch wie erreicht man genau das? Ein „Meilenstein“, so Häusler, sei hier in der Region der Aufbau der sog. „Landshuter Acht“: Mithilfe zweier ringförmiger Buslinien durch den Landkreis Landshut soll der Busverkehr gestärkt werden. Für den Landkreis ist das ein Meilenstein bei der Entwicklung eines Linienverkehrs für Jedermann. Darauf könne man weiter aufbauen, waren sich Radlmeier und Häusler einig. Den LAVV müsse man weiter stärken, um ein attraktives Angebot zu schaffen. „Wichtig ist dabei die Eigenständigkeit: Wir bleiben als Region handlungsfähig und entscheiden selbst über Preise, Routen und Angebot. Das Grundprinzip ‚Lieber kleinere, dafür eigene Brötchen, ist deshalb richtig“, hielt Helmut Radlmeier fest.