Widerstand regt sich

Diskussion über Gleichstromtrasse

15.04.2019 | Essenbach.
(v.l.): Wollen beim Bau der Gleichstromtrasse SuedOstLink die Anliegen der Gemeinden berücksichtigt haben: Essenbachs 1. Bürgermeister Dieter Neubauer, Marktrat Martin Hujber und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier.
(v.l.): Wollen beim Bau der Gleichstromtrasse SuedOstLink die Anliegen der Gemeinden berücksichtigt haben: Essenbachs 1. Bürgermeister Dieter Neubauer, Marktrat Martin Hujber und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier.

Kürzlich hatte der Netzbetreiber Tennet die neuesten Pläne zur geplanten Gleichstromtrasse SuedOstLink vorgestellt. Die Überlegungen stoßen in der Markgemeinde Essenbach auf großen Widerstand. Unterstützung bekommt die Gemeinde vom Stimmkreisabgeordneten im Bayerischen Landtag, Helmut Radlmeier.

Seit über zwei Jahren arbeiten Essenbach Bürgermeister Dieter Neubauer und der Landtagsabgeordnete Helmut Radlmeier eng zusammen, um eine möglichst verträgliche Lösung für den SuedOstLink zu erreichen. Nachdem es sowohl zum Trassenverlauf als auch zum Standort des Konverters im vergangenen Jahr positive Signale vonseiten Tennets gegeben hatte, waren beide verhalten positiv. Dass diese Vorsicht angebracht war, zeigte sich vor kurzem: Weder bei der Trassenführung noch bei der Frage, wo der Konverter errichtet wird, gibt es Bewegung. Ganz im Gegenteil: Anstatt dem im letzten Jahr von Tennet favorisierten Standort 2 direkt am Umspannwerk auf dem Gelände des Kernkraftwerks Isar, soll der Konverter auf freier Flur errichtet werden. „Dadurch bräuchte man eine lange Freileitung vom Konverter hin zum Umspannwerk“, ärgert sich Neubauer. Das Gemeindeoberhaupt ist weiterhin der Meinung, dass der Konverter auf das KKI-Gelände gehört.

Um die Anliegen der Gemeinde deutlich zu machen, wurde eine überparteiliche Arbeitsgruppe gebildet. Kritik gibt es von der Gruppe vor allem an Tennet: „Wir fühlen uns vorgeführt“, so SPD-Fraktionssprecher Martin Hujber. Auch Radlmeier kritisiert die Kommunikationsstrategie: „Vor Ort werden wir praktisch aus heiterem Himmel vor völlig neue Tatsachen gestellt“. Neben mehr Transparenz wird außerdem mehr Engagement von den Planern eingefordert. Denn auch wenn es vielleicht einen größeren planerischen Aufwand bedeute: Man solle lieber die vorhandenen Flächen neben dem Umspannwerk am KKI nutzen, bevor man auf der grünen Wiese neue Flächen versiegelt, so die einhellige Meinung.

Auf dem Kraftwerksgelände sehe man durchaus Möglichkeiten, den Konverter unterzubringen, ohne dass die Bebauung näher an die Nachbargemeinde Niederaichbach heranrücke. Hier seien nun mehrere Bundesbehörden gefragt. Die Kommunal- und der Landespolitiker zählen deshalb auf die Bundespolitik: Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat einem Besuch in Essenbach bereits zugesagt.