Kinos in Zeiten von Corona

Kreative Lösungen sind gefragt

22.05.2020 | Landshut.
Noch sind die Kinosäle leer, die Kinos geschlossen. Michael Wohlgemuth, Betreiber des Kinopolis Landshut, und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (l.) sprachen über die Hürden und Chancen einer Wiedereröffnung.
Noch sind die Kinosäle leer, die Kinos geschlossen. Michael Wohlgemuth, Betreiber des Kinopolis Landshut, und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (l.) sprachen über die Hürden und Chancen einer Wiedereröffnung.

Kinos sind noch geschlossen. Wie sichert man das Kinoerlebnis in Zeiten von Corona? Kreative Ideen könnten die Lösung sein. Welche Chancen es gibt, besprachen Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) und Kinobetreiber Michael Wohlgemuth vom Kinopolis Landshut.

Michael Wohlgemuth und der Landshuter Stimmkreisabgeordnete waren sich einig, dass der Kurs des Freistaats der richtige ist. „Wir hatten eine klare Linie und es gab klare Entscheidungen. Die Gesundheit unserer Gäste und unserer Mitarbeiter geht vor“, so Michael Wohlgemuth. Genauso richtig sei es jetzt aber auch, bei einer entspannten Lage wieder zu lockern. „Als Arbeitgeber hat man eine soziale Verantwortung. Ich will niemanden ausstellen, sondern beschäftige mein Team weiterhin. Das kostet, genauso wie Miete, Wartung und Technik“, gab der Unternehmer zu Bedenken. 

Kreativität und Innovation

Damit man bald wieder starten kann, muss ein Hygienekonzept vorhanden sein. Das Kinopolis habe dabei seine Hausaufgaben gemacht. „Wir stehen in den Startlöchern“, versicherte Wohlgemuth im Gespräch mit Helmut Radlmeier. Der Kinobetreiber in vierter Generation setzt darüber hinaus auf innovative Ideen. Großen Wert legt er auf den Schutz der Besucher. So hat man ein Konzept entwickelt, wie sich die Gäste vor und nach der Vorstellung nicht begegnen. Ebenso hat der Schutz seiner Mitarbeiter für Wohlgemuth Priorität. Sie werden in feste Teams eingeteilt, die nicht durchmischt werden. Selbstverständlich erhalten alle Angestellten Schulungen, Masken und Handschuhe. Desinfektionsmittel stehen bereit.
Um den Kontakt und damit eine mögliche Gefährdung der Gäste und Mitarbeiter nochmals zu reduzieren, wird der Online-Verkauf der Tickets forciert: „Auch online kann man künftig kostenlos stornieren. Ebenfalls möglich ist es, Snacks und Getränke schon mit den Tickets online zu kaufen. So gibt es keine Schlangen vor dem Verkauf im Kino“, erläuterte Wohlgemuth.

Landshut kann zeigen, was es kann

Im Falle einer Wiedereröffnung stünden im Kinopolis aufgrund des Hygienekonzepts nur ein Viertel der eigentlichen Kapazität zur Verfügung. Um die Verluste etwas aufzufangen, seien weitere Projekte nötig, meinte Wohlgemuth. Die aktuell schwierige Lage sehe er auch als Chance, bei der Landshut zeigen könne, was es kann. Dabei sollen die Übergänge zwischen Kunst, Kino und Kultur fließend sein. Erste Gespräche habe er diesbezüglich bereits geführt. Michael Wohlgemuth ist sich sicher, dass nach den vergangenen Wochen mit den notwendigen Einschränkungen jetzt in der Bevölkerung ein Bedürfnis nach Kino vorhanden sei: „Kino ist ein Erlebnis. Wir verkaufen Urlaub vom Alltag“. Vom modernen Multiplexkino bis zum Traditionshaus könne man den Besuchern schöne Stunden schenken. „Ich bin mir sicher, dass die Leute wieder kommen werden“.

Auch Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier betonte: „Das Kino gehört zur kulturellen Landschaft“. Der Freistaat unterstütze Kinos deshalb auf verschiedene Wege: Zum einen gebe es die Soforthilfe des Wirtschaftsministeriums. Speziell für Kinos wurden zusätzlich Sofortprämien in Höhe von insgesamt 1,2 Mio. Euro aufgelegt. Außerdem sei eine Starthilfe für die Wiedereröffnung von 12 Mio. Euro auf den Weg gebracht worden. Die Krux dabei: Diese Hilfe gibt es nur von Kinos mit maximal sieben Leinwänden. Radlmeier sicherte zu, sich für eine Anpassung dieser Vorgabe einzusetzen.

Ein weiteres Anliegen Wohlgemuths: Der Start in der Branche müsse möglichst deutschlandweit einheitlich sein. Ein Flickenteppich von Bundesland zu Bundesland würde dazu führen, dass keine neuen Filme starten würden. Das wäre für die Verleiher schlicht zu teuer.